Blank
 

Ein Bett für Hans-Joachim Lenger

"(...) Sie (die Philosophie) spricht davon, jenem Fehlen eines Fehlens verfallen zu sein, das sie wie eine Obsession umkreist, ohne seiner innewerden, sich seiner erinnern zu können. Indem sie ein Begehren des letzten Worts ist, ist sie immer Philosophie des Endes, endgültige Philosophie oder eschatologisches Sprechen gewesen, das sich der Trivialität des anderen, des ausstehenden Worts oder der Dazwischenkunft des Anderen entledigt hat. Dies macht ihre Enden ebenso endgültig wie unheimlich."

Hans-Joachim Lenger, "Vom Abschied - Ein Essay zur Differenz," S. 101

 

 

Hans-Joachim Lenger lehrt philosophische Ästhetik an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie an der Universität Basel.
Während unseres Gesprächs entdeckten wir die uns gemeinsame Schwierigkeit, sowohl ins Bett zu finden alsauch heraus. Wir sprachen über die Unlust, ein Bettgestell zu kaufen - sich ihm zu stellen. Lenger hat sie inzwischen überwunden, ich nicht. Für Lenger ist das Einschlafen auch ein Abwenden, ein Abschied; wir wissen nie, ob wir aus dem Schlaf zurückkehren werden.

Wenn wir uns kurz vor dem Einschlafen der Wand zudrehen - wem oder was wenden wir uns zu? Welcher Unterschied besteht zwischen den Zuständen Wachen und Träumen? Woher wissen wir, wo (auf welcher Seite) "die Realität" ist?

 


 
 
 Arbeiten | Text | Biografie | Kontakt | En/De
  blank